bis auf weiteres

storyboards, Installation, 2012

(site still under construction)

"Öffentlichkeit steht für einen Ort, an dem Diskurse abgehalten werden, hier soll überzeugt, überredet und für die eigenen Meinung gekämpft werden, mit dem Ziel der diskursiven Macht. Der Raum des Politischen kann überall in Erscheinung treten, in ihm kommt zum Ausdruck, dass Handeln und Sprechen ein räumliches Zwischen etablieren, das an keinen heimatlichen Boden gebunden ist und sich überall in der bewohnten Welt neu ansiedeln kann. Dieses räumliche Zwischen ist der Erscheinungsraum im weitesten Sinn, der Raum, der dadurch entsteht, dass Menschen voreinander erscheinen, und in dem sie nicht nur vorhanden sind wie andere belebten oder leblosen Dinge, sondern ausdrücklich in Erscheinung treten."
(Hannah Arendt, Vita Activa)

Die Arbeit "bis auf weiteres" zeigt Aspekte verschiedener Erscheinungsräume. Die visuellen Notizen reichen über ein Black Panther Zeitungsarchiv, eine Kundgebung zum 20. Jahrestag der LA-Riots und der brutalen Polizeigewalt an Rodney King, die Occupy Bewegung und 1. Mai Demonstrationen in Los Angeles bis hin zu Präsidentschaftswahlkampfveranstaltungen und einer sprechende Spielzeug-Präsidentenfigur. Beobachtungen einer Verknüpfung von Geschichte, Politik und Bildproduktion werden sowohl mit eigenem Bildmaterial als auch Nachrichtenaufzeichnungen, Screenshots und Archivmaterial verdeutlicht. Die Arbeit besteht aus Bild- und Textsequenzen, welche jeweils der Frage nachgehen inwieweit Geschichte in der Gegenwart sichtbar, spürbar und hörbar ist.

Der Titel der Arbeit "bis auf weiteres" verweist auf eine Offenheit: Geschichte nicht als etwas abgeschlossenes, statisches zu verstehen sondern als einen Prozess der gestaltbar und veränderbar ist.

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EN

pending further notice

storyboards, Installation, 2012

Hannah Arendt claimed that all political action requires „the space of appearance“: „..action and speech can create a space between the participants which can find its proper location almost anywhere and anytime. It is the space of appearance in the widest sense of the word, name- ly, the space where I appear to others as others appear to me, where men exist not merely like other living or inanimate things but make their appearance explicitly.“

(Hannah Arendt, The Human Condition)

The work „pending further notice“ focuses on different „spaces of appearance“, with an emphasis on social movements who fight for their voice and place in public space. The visual notes show a Black Panther ́s Party newspaper archive, a rally for the 20th anniversary of the LA riots and the police brutality against Rodney King, the Occupy movement in LA, Google maps ́views of the Californian-Mexican border as well as a set of playing cards produced during the Iraq war.

Observations on connections between history, politics and image production are shown both with own photographs,videos and news-recordings, screenshots and archival material. Through juxtapositions of the different elements the question arises how history is visible and audible or made invisible and inaudible in present times.

The title of the work „pending further notice“ refers to an openness: not to consider history as some- thing static and complete but to understand history as a process with the potentiality to intervene and change.